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meine misanthropie meldet sich aktuell wieder etwas häufiger zu wort. über diesen ausbund an schriftsprachunfähiger selbstgerechtigkeit lässt sich allerdings nur ein mantel des schweigens legen. ungefähr in der größe polens.

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meine misanthropie meldet sich aktuell wieder etwas häufiger zu wort. über diesen ausbund an schriftsprachunfähiger selbstgerechtigkeit lässt sich allerdings nur ein mantel des schweigens legen. ungefähr in der größe polens.

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Ethan Zuckerman kann alles, was ich nicht kann.

Am vergangenen Sonntag bin ich, wenn auch krank, übernächtigt und im geruhsamen Ambiente eines internationalen Flughafens, daran gescheitert, das Phänomen der ROFLcon erschöpfend zu erklären. Zu meinem Glück und meiner Rettung hat Ethan Zuckerman vom Berkman Center for internet and society mittlerweile in seinem Blog eine kurze Einschätzung der Veranstaltung und vor allen Dingen seine Keynote veröffentlicht. Kurz gesagt: Alles, woran ich gescheitert bin, schafft Ethan mit links. Sein Vortrag beginnt wie folgt:

“It’s not easy being an academic at a conference like ROFLCon. The stars are the folks who’ve done something wonderful, weird, unforgetable, or so wonderfully weird it’s unforgetable. Those of us who are trying to make observations about the field feel a little like musicologists studying Bach – we can study his compositions exhaustively, but we’re acutely aware that we’re not going to write a mighty fugue. No matter how much I might study internet memes, I know I’m never going to accomplish something as majestic as keyboard cat… and I have to live with that truth every day of my life.”

Eine dringende Leseempfehlung.

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The internet is here.

Ich sitze in Boston am Flughafen, habe soeben eine halbe Stunde mit dem Kopf an einen Telefonhörer gelehnt geschlafen und bin sehr erkältet. Ah, und ich fühle mich trotzdem fantastisch. Ich habe die letzten Tage auf der ROFLcon verbracht. Das wird für Menschen, die sich nicht regelmäßig in den Untiefen des Mediums aufhalten, sehr schwer zu erklären sein, aber ganz grundlegend treffen sich dort Wissenschaftler und Menschen, die lustige Dinge in Katzenfotos hineinschreiben und unterhalten sich über die Zukunft.

Auch und vor allen Dingen das letzte Panel am gestrigen Abend war vermutlich einer der schönsten Momente, seit ich das Medium Internet benutze. Die Selbstverständlichkeit, mit der dort 99% der Debatten ausgelassen werden, die deutsche Webkonferenzen dominieren, war von einer inspirierenden Leichtigkeit, die mich noch einige Wochen tragen wird. Die entscheidenden Themen will ich hier nur sehr kurz anschneiden:

Anonymität als wichtiger Wert: Entgegen der Facebookdoktrin der höchsttransparenten Identifizierbarkeit alle Nutzer argumentiert m00t von 4chan, dass es genau das Gegenteil ist, das neue inhaltliche und persönliche Möglichkeiten schafft. Zudem hebelt eine Anonymisierung sämtliche sozialen Mechanismen persönlicher Geltungsbedürfnisse aus. Es bleibt ein gemeinsames Arbeiten für das Medium als Selbstzweck, gleichzeitig hochkreativ und mit allen Extremzuständen menschlicher Kommunikation aufgeladen. Ich verzichte dementsprechend dann auch auf einen Link. /b/ ist nicht für jeden Menschen geschaffen.

Das Ende der Anwälte: Ben Huh von Icanhazcheeseburger spricht über die Unmöglichkeit, in einem zukunftsgewandten Internet auf dem Klageweg Ziele zu erreichen. Offene, direkte Kommunikation löst in einer posturheberrechtlichen Welt das Spiel der Kräfte vor Gericht ab. Und alles wird viel, viel einfacher.

Meme als Sprache: Die Herren Know your meme sehen Meme als sprachliche Elemente, als elaborierte Kommunikationsmittel zwischen Menschen. Das Downfall-Meme wird in großer Tiefe diskutiert.

Ich merke schon beim Schreiben, wie ich an einer Beschreibung dieser wunderbaren, positiven Diskussion scheitere. Vielleicht erschließt sich diese hervorragende Welt noch am Besten über Greg Rutters list of things you should have seen on the internet unless you’re old or a loser or something. Und über ein Bild. Denn ganz ehrlich: Bei wie vielen Paneldiskussionen nehmen sich die Teilnehmer am Schluss gegenseitig in den Arm?

Dankeschön, du wunderbare Firma mindmatters, dass Du genau solche Reisen ermöglichst. I bow to thee.

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Ein kleiner Junge und sein Vater erzählen 500 Leuten, wie sie vor einiger Zeit mal beim Zahnarzt waren. Ich bin auf der ROFLcon in Boston und das Leben ist wunderwunderschön.
David Devore Jr. & Sr. (by medigirol, via urlesque)

Ein kleiner Junge und sein Vater erzählen 500 Leuten, wie sie vor einiger Zeit mal beim Zahnarzt waren. Ich bin auf der ROFLcon in Boston und das Leben ist wunderwunderschön.

David Devore Jr. & Sr. (by medigirol, via urlesque)

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Affentrophäe als Robert Mugabe. Pieter Hugo ist sehr sehr gut.

Affentrophäe als Robert Mugabe. Pieter Hugo ist sehr sehr gut.

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[Flash 10 is required to watch video]

Erste Genderfragen: Hallo, Frau Netzer!

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The day Bob died

Die letzten zwei Jahre sind durchdrungen von Leben: Kinder! Gärten! Tiere! Flüsse! Jeden Morgen wird um sechs Uhr dreißig wieder das ganze Füllhorn der Lebendigkeit über mir ausgeschüttet. Ich bin dankbar dafür. Eine schönere Welt als die, in der einem ständig frische Äpfel vor die Füße fallen und in der meine Tochter mir laut schreiend in Gartencafes erklärt, welche Farbe die Stühle haben, kann es nicht geben.

Mindestens genau so dankbar bin ich aber der unter dem Namen Califmom schreibenden Bloggerin Leah, die in den letzten Monaten mit großer Eindringlichkeit und gleichzeitig mit wunderbarem Humor die Krebserkrankung ihres Mannes begleitet hat. Leah und Bob haben gekämpft und geliebt und nie, nie, nie resigniert, auch als klar wurde, dass Bob nicht mehr gesund werden würde. Heute ist er gestorben. Ich bin Leah und ihrer Familie so unermesslich dankbar dafür, dass sie viele Menschen mitgenommen hat in diesen Teil der Welt, vor dem man mit Anfang dreissig mit Kindern, Gärten, Tieren und Flüssen immerzu die Augen verschließen will. Ich weiß jetzt, dass man auch in dieser Lebensphase vieles steuern, bewegen, entscheiden kann. Wenn man sehenden Auges hineingeht.

Leah ist mittelschlecht versichert und lebt mit den zwei gemeinsamen Kindern zusammen, neun und elf Jahre alt. Bobs Krankheit hat die Ersparnisse der Familie dezimiert. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen, die hier mitlesen, ihr völlig problemlos 100 Dollar geben könnten. Tut es doch einfach.

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Ugly furniture. Because 1982 said so.

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Chris Cosentino erklärt Rinderherz.

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Sud

Italien hat für mich jahrzehntelang in Rom aufgehört. Die Toskana war so schön, dass es irgendwie gierig gewesen wäre, weiterzufahren. Roma, Roma, Roma war so sehr italienische Stadt, dass auch diese Bedürfnisse final gestillt schienen. Bis ich 2008 zum ersten Mal nach Neapel reiste. Dieses Nearshore-Kalkutta hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass ich vor einigen Wochen wieder an der dauerhaftesten Bahnhofsbaustelle Europas stand und anschliessend gleich noch andere Teile der Campania besucht habe. Natürlich könnte ich jetzt aus der Luciano-de-Crescenzo-Gedenkstereotypenliste epische Liebeserklärungen hier hinterlassen. Ich habe mich aber dazu entschlossen, da anzufassen, wo ich die verwundbare Stelle der meisten Leser hier vermute: In der Magengegend. Nachfolgend eine Ressourcenliste für gutes Essen in Campania. Viel mehr und viel qualifizierter schreiben natürlich die Dos Hermanos, Robin war zeitgleich, wenn auch leider nicht gemeinsam, mit meinem kleinen Familienausflug in der Region.

Im Gegensatz zu unserer letzten Reise haben wir uns in Neapel keine gastronomischen Empfehlungen im Vorfeld geben lassen. Kleinkindbegleitung ist ungleich fünfgängige Abendessen, aber das ist in einer snackfixierten Stadt wie dieser auch nicht so wichtig. Ein Neapelbesuch ohne Pizza ist zwar denkbar, aber nutzlos. Die wirklich guten Anlaufpunkte in der Stadt sind mittlerweile alle mit einer „La vera pizza napoletana“-Plakette gekennzeichnet, tatsächlich reicht das glaube ich aus, um keine groben Fehler zu begehen. Das vielleicht netteste Restaurant diesbezüglich war Il Marino 1 auf der Via St. Lucia in Steinwurfnähe des Meeres. Pizze, die neben den zwei klassischen Varianten Margherita und Marinara noch um eine handvoll Ideen angereichert werden. In meinem Fall mit Salsiccia, die hier groß, grob und wenig scharf ist, und Friarelli, dünnen Stielen von blühendem Broccoli, der, nicht auf Blütengröße gezüchtet, eher an die chinesischen Vertreter der Gattung erinnert. Sehr nussig und ein sehr fröhlicher Partner von Wurst, ergo hochsympathisch. Die Pizza verbringt wenige Minuten in einem 650 Grad heißen Ofen, den Teig hat jemand gemacht, der darin sehr sehr gut ist und alle Zutaten haben eine außerordentliche Qualität. Eigentlich, so denkt man, eigentlich ist das wirklich nicht sehr schwierig. Aber das große Scheitern, das einem auf deutschem Boden zu diesem Thema begegnet, ist fast nicht in Worte zu fassen.

Darüber hinaus interessiert sich Neapel sehr für Süßspeisen. Die mit crema gefüllte Sfogliatella, eine Art fritierter Blätterteig, und Baba, süßer Biskuit in Rum getränkt, sind die stärksten Vertreter der Gattung. Ich gehe gerne zur Pasticceria Mary in der Galeria Umberto I, direkt am Ausgang zur Via Toledo. Mary besteht nur aus einer Vitrine in der Nische eines Torbogens. Aber was für eine Vitrine.

Süßes

Weiter nach Süden reisend trifft man auf den wahren Süßspeisengott der Campania. Salvatore de Riso hat im bergigen Tramonti eine kleine Manufaktur errichtet, in der er für eine Handvoll Läden die feinsten Torten und Dolci des Universums herstellt. Das Mutterschiff seiner Konditoreien liegt einige Kilometer abwärts, in Amalfis Nachbarort Minori. Am Eingang hängen zahlreiche Bilder von de Riso mit bekannten Kunden, nur zwei davon muss man gesehen haben, um sein Standing zu verstehen. Einmal ist er zusammen mit Karol Woytila zu sehen, benachbart grinst er mit Diego Maradona in die Kamera. Die weltliche und geistige Seligsprechung zugleich also, und keine dieser Weihen hat er zu Unrecht empfangen. Selbst scheinbar irrsinnige Konstruktionen wie Auberginen mit Schokolade und kandierten Früchten schmecken bei Salvatore de Riso wie klassische Standards der Patisserie, ohne die zu leben es sich nicht mehr lohnt.

Wie eine Travestie erscheint es, dass nur zwei Strassen weiter in einer unscheinbaren und unregelmäßig geöffneten Manufaktur die leckersten Nudeln meines noch jungen Lebens hergestellt werden. Fussili, natürlich, das ist im Süden Pflicht. „Il Pastaiolo“ hält sich darüber hinaus aber weitgehend zurück, meine Güte, drei, vier andere Dinge wird man dort noch finden, aber es gibt eben keinen Grund, Anchovis-Marzipan-Maccharoni herzustellen. Und deswegen machen sie das auch nicht. Hilfreicher Weise setzt gleich um die Ecke die Firma Manzi ihren Limoncello aus kleinen Zitronen an. Nach den vorgenannten Stationen ein sehr sinnvoller Verkostungszwischenstopp.

Noch effektiver ist es natürlich, die eineinhalb Stunden Treppenweg nach Ravello hinaufzusteigen, um den Kalorienzähler wieder ansatzweise zurückzusetzen. Die Trattoria Compa Cosimo in der Via Roma 48 macht jedoch jede Hoffnung zunichte, dieser Zustand könne länger anhalten. Bei der Bestellung von zwei Nudelgerichten noch eine Artischocke sott’olio, einen Teller hausgemachter Linguine und etwas Creme brulée aufs Haus zu bekommen lässt sich eigentlich nur damit erklären, dass unsere Familie einen Doppelgänger unter den Restauranttestern beherbergt. Das Essen bestand aus außerordentlich gut ausgeführter Hausmannskost, die Crespelle waren nachgerade himmlisch leicht. Und die Patronin des Hauses ist nicht nur aus oben genannten Gründen eine wunderbare Person. Ich fühlte mich temporär adoptiert.

Noch weiter im Süden, in der Sele-Ebene, stehen wieder Büffel im mittlerweile künstlich befeuchteten Matsch. Mozzarella di Bufala ist ein Produkt, das soweit von dem entfernt liegt, was sich supermarktbeliefernde deutsche Molkereiunternehmen darunter vorstellen, dass man sie anfangs kaum erkennt. Halbkiloschwer liegen die Käse, teilweise mit braunen Streifen versehen, plump und schwer in ihrer Lake. Sie schmecken nach etwas. Nach Mozzarella nämlich. Sehr lecker sind die Produkte der größeren Azienda La Contadina, die zudem den Vorteil haben, auch über die Region hinaus in kleinen Mozzarella-Boutiquen erhältlich zu sein. Wo am Ende der Ebene die Berge wieder bis ans Meer hinanreichen beginnt eine neue Landschaft: Der Cilento. Ich habe das Gefühl, dass man über diese Region in der näheren Zukunft hier wieder etwas lesen wird. Denn auch dort gibt es Nahrungsmittel. Ahntet ihr eventuell bereits.

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